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Mehr Kontrolle, kein Verbot
Erste Evaluierung zum Jugendschutz bei Computerspielen veröffentlicht
In der Debatte um den Umgang mit so genannten "Killerspielen" hat das Hans-Bredow-Institut klar Stellung bezogen: Ein Totalverbot gewalthaltiger Computerspiele lehnt die Hamburger Einrichtung für Medienforschung ab. Stattdessen fordern die Juristen und Sozialwissenschaftler effektivere Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzes. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts zum Jugendschutz bei Video- und Computerspielen. Mehr Transparenz bei Games-TÜV Das Hans-Bredow-Institut evaluiert derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Länder den Jugendmedienschutz. Aufgrund der aktuellen Diskussion wurde nun bereits ein erster Bericht zum Bereich der Video- und Computerspiele veröffentlicht. Ein Grundpfeiler des Jugendmedienschutzes in Deutschland ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die Computerspiele nach ihrer Verträglichkeit für Kinder und Jugendliche einstuft. Das Hans-Bredow-Insitut unterstützt dieses Regulierungssystem, bemängelt aber die Prüfungskriterien der USK. Laut der Studie müssen Gewalthaltigkeit sowie Sucht- und Angstpotenzial der Spiele stärker eingebunden werden. Zudem sollte die Bewertung transparenter dargestellt werden, damit Eltern und Jugendliche sie nachvollziehen und akzeptieren können. Verbessern wollen die Gutachter auch die grafische Darstellung der Altersfreigaben auf den Spieleverpackungen. Sie sollen auffälliger gestaltet werden. "Das Problem verschärft sich dadurch, dass die USK-Kennzeichen nicht selten in optischer Konkurrenz zu – teils abweichenden – Altersempfehlungen des europäischen PEGI-Systems stehen", so der Bericht. Gefahrenzone Online-Spiele Die Studie weist auch auf Lücken im Jugendschutz beim Vertrieb der Spiele hin. Das Institut mahnt zu stärkeren Vollzugskontrollen. Nicht nur bei der Abgabe in Ladengeschäften müsse die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben kontrolliert werden. "Viele Fragen – etwa der mangelnden Wirkung von Vertriebsbeschränkungen – ergeben sich durch den zunehmenden Onlinevertrieb der Spiele selbst oder von Mods, Demo-Versionen oder Trailern", betonen die Hamburger Wissenschaftler. Jugendschutz made in Germany Das Altersverifikationssystem der GeldKarte kann hier eine zuverlässige Lösung jenseits eines Totalverbots bieten. "Der Zugang von Kindern und Jugendlichen zu nicht altersgerechten Video- und Computerspielen lässt sich jedoch ohne größeren technischen Aufwand mit dem Altersverifikationssystem der GeldKarte verhindern", so Volker Koppe, Vorstandsvorsitzender der Initiative GeldKarte e.V. Sowohl bei Konsolen-, DVD- als auch bei Online-Spielen kann seitens des Anbieters zu jedem Spielstart eine Altersabfrage installiert werden, die mit Hilfe der GeldKarte zuverlässig beantwortet wird. Die SPD-Fraktion im Bundestag begrüßt die Beurteilung des Hans-Bredow-Instituts zum Jugendmedienschutz in Deutschland. Sie will ungefährliche und qualitative hochwertige Computerspiele mit einem Preis fördern, um "eine lebendige Kulturszene und eine innovative Branche, die gerade in Deutschland zu allererst für unschädliche und kreative Spiele steht" zu schützen. Der Alterscheck mit der GeldKarte kann hierbei als Qualitätssiegel für Jugendschutz aus Deutschland dienen.
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