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Schüler tricksen Jugendschutz-Filter aus

21.04.2006

Mit viel Kreativität umgehen amerikanische Schüler die Internet-Filter auf ihren Schul-Computern. Es wirkt wie der ewige Wettlauf zwischen Hase und Igel.

Um zu verhindern, dass Schüler auf für sie ungeeignete Websites kommen, setzen Highschools in den USA auf rigide Filter-Programme. Allerdings haben die Jugendlichen eine Fülle von Strategien entwickelt, um genau diese Filterung zu umgehen.

Den Fall eines Schülers namens "Ryan" hat sich etwa die IT-Fach-Website "Cnet" vorgenommen. Um auch von der Schule aus auf "myspace.com" zugreifen zu können, hatte der einfach auf seinem Rechner zuhause einen Proxy-Server eingerichtet. Für den Filter der Schule sah es damit so aus, als würde Ryan nur auf den PC im Jugendzimmer zugreifen - der jedoch stellte die Verbindung zu "myspace" her und umging so die Filterung.

Den Schüler stellten die Lehrer übrigens nicht zur Rede, nachdem sie den Trick entdeckt hatten. Sie sperrten lediglich den Zugang zum Proxy und erfolgten seine Spuren - um noch mehr über Möglichkeiten zu lernen, die Flterung zu umgehen.

Vertipper als Hintertür
Software und Know How für den eigenen Proxy lassen sich an vielen Stellen im Internet finden: Seiten wie "Proxify", "Guardster.com" oder "Proxy.com" bieten gleich eigene Server an, die sich durch die bekannte Adresse allerdings auch leichter blocken lassen. Beliebt bei Schülern in den USA ist es auch, Suchbegriffe in Fremdsprachen oder mit Tippfehlern einzugeben, was hilft, den "Safe Search"-Modus von Google auszutricksen, der ebenfalls nicht jugendfreie Seiten ausblendet. Ähnliches funktioniert laut "Cnet" übrigens auch mit Googles Bildersuche.

"Das wird ein ständiger Kampf bleiben", meint Lynn Beebe dazu, Beraterin an einer Schule in Scotts Valley, Kalifornien. "Egal was man einrichtet, die Kinder werden einen Weg finden, es zu umgehen." Schulen, die um maximale Kontrolle bemüht sind, können inzwischen mit Filtern arbeiten, die nur noch Positivlisten kennen - die also nur noch den Zugang zu Seiten erlauben, die dezidiert freigegeben wurden.

Auch die Proxys für den Heim-PC werde man demnächst blocken können, versprechen etwa die Hersteller eines Filters mit dem martialischen Namen "Total Traffic Control" - womit die nächste Runde des ewigen Hase- und Igel-Wettlaufs eingeläutet wäre ...

Quelle: N24.de, Netzeitung

 
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