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KJM-Prüfung zeigt erhebliche Defizite von Jugendschutzfiltern auf
Das Prüflabor der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bei jugendschutz.net hat erstmals Jugendschutzfilter für das Internet getestet und dabei erhebliche Defizite festgestellt. Ihre Effizienz ist insgesamt zu gering, insbesondere aber bei der Blockade unzulässiger Darstellungen von Gewalt, rechtsextremer Websites oder anderer jugendschutzrelevanter Angebote (z.B. Suizidforen, Glücksspiele). Die getesteten Filtersysteme wiesen zudem ein inakzeptables Maß an Overblocking auf: Sie sperren zu viele Inhalte, die eigens für Kinder und Jugendliche gemacht sind. Filter allein reichen nicht aus Für die Anerkennung von Jugendschutzfiltern ist die KJM zuständig. Ihr Vorsitzender Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring bedauert, dass der KJM noch kein Jugendschutzfilter vorgelegt wurde, der den gesetzlichen Anforderungen genügt. Somit könne die KJM den Eltern noch kein Filterprogramm empfehlen: "Die KJM hält wirksame Filtersysteme für eine wichtige Schutzmaßnahme im Internet. Wir setzen darauf, im Dialog mit der Internetbranche zu anerkennungsfähigen Lösungen zu kommen." Filter eigneten sich jedoch generell nur als flankierende Maßnahme für den Jugendschutz, betont Ring. Nach Altersgruppen differenzieren Getestet wurden Jugendschutzprogramme, die Gegenstand von Modellversuchen der KJM sind, sowie gängige Kindersicherungen. Jugendschutzprogramme sind nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ein neues Instrument für den Jugendschutz im Internet. Sie sollen unzulässige Inhalte blockieren sowie Kindern und Jugendlichen einen nach Altersgruppen differenzierten Zugang zum Internet ermöglichen. Vor allem für Eltern, Lehrer und Erzieher sollen Filterprogramme ein wichtiges Hilfsmittel sein. Neue Tests im Mai 2007 Ziel des ersten Testlaufs im Prüflabor bei jugendschutz.net war vor allem, die für Prüfungen von Filtersystemen notwendige Methodik und Technik zu entwickeln und ihre Tauglichkeit in der Praxis zu erproben. Im Detail belastbare Ergebnisse zu den Wirksamkeitsquoten der einzelnen Systeme erwartet die KJM vom nächsten Testlauf, der für Mai 2007 vorgesehen ist. Um eine hohe Akzeptanz des Testverfahrens und seiner Ergebnisse zu gewährleisten, wird die KJM die Struktur künftiger Testszenarios mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Dienste-Anbieter (FSM) abstimmen, die von der KJM als Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anerkannt ist. Über die KJM: Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rundfunk und Telemedien (Internet) wahr.
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