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Kein Zusammenhang zwischen Computerspielen und Gewalttaten
SPD-Abgeordneter Tauss bemängelt Eindimensionalität in der "Killerspiele"-Debatte
Computerspiele werden in der Öffentlichkeit zu Unrecht häufig in ein zu enges und ausschliesslich gewalthaltiges Bild gerückt. Dies erklärte der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, anlässlich eines Expertengesprächs im Unterausschuss Neue Medien des Deutschen Bundestages zum Thema "Jugendmedienschutz und gewalthaltige Computerspiele". Die Eindimensionalität in der Debatte ignoriere, dass Computerspiele und andere interaktive Unterhaltungsmedien heute weitaus mehr seien und gerade in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen hätten. In dem Expertengespräch hatte Tauss den Eindruck gewonnen, dass Computerspiele technologisch, kulturell und gesellschaftlich zu einem wichtigen Einflussfaktor in Deutschland geworden sind. "Verbotsinitiativen sind populistische Symbolpolitik" Der SPD-Bundestagsabgeordnete wies darauf hin, dass alle seriösen wissenschaftlichen Studien keinen direkten ursächlichen Zusammenhang von Computerspielen und realen Gewalttaten sähen. Dies bestätigten auch die geladenen Sachverständigen - mit Ausnahme von Professor Pfeiffer - nachhaltig. "Der oft herbeigeredete Zusammenhang ist falsch und die darauf basierenden Verbotsinitiativen sind populistische Symbolpolitik", so Tauss. "Überdies greift die Argumentation bezüglich der Einführung eines Verbotes viel zu kurz, blendet die geltende Rechtslage weitgehend aus und übersieht zudem die nicht weniger bedeutsamen Aspekte eines wirksamen Jugendmedienschutzes, nämlich die Frage des verantwortungsvollen Umgangs mit Medien. Deutschland besitzt bereits heute eines der vorbildlichsten, weitreichendsten, konsequentesten und wirkungsvollsten Jugendmedienschutzgesetze weltweit." Tauss empfiehlt Förderung hochwertiger Computerspiele Das dem Jugendmedienschutzgesetz zugrunde liegende Konzept der Dreistufigkeit hat sich nach Meinung Tauss' bewährt. "Unsere Jugendmedienschutzgesetze finden daher zu Recht internationale Anerkennung und daher auch innerhalb der Europäischen Union zu Recht Nachahmung und Etablierung." Um auf Fehlentwicklungen reagieren zu können, müsse jedes System laufend auf seine Wirksamkeit kontrolliert werden. Das Hans-Bredow-Institut ist beauftragt worden das geltende Recht des Jugendmedienschutzes umfassend zu evaluieren und wird die Ergebnisse im Juni 2007 vorstellen. Tauss befürchtet hierbei Vollzugsdefizite: "Geltende Altersbeschränkungen müssen durch geeignete Massnahmen des Handels noch wirksamer umgesetzt werden. Denkbar sind die räumliche Trennung von altersbeschränkten Angeboten, die verbesserte Sichtbarkeit von Alterskennzeichnungen, die Ermöglichung von Testkäufen und die Umrüstung der Kassensysteme. Sinnvoll könnten überdies die Gründung eines Computerspielepreises sowie die Prüfung von Fördermöglichkeiten für hochwertige und gehaltvolle Computerspiele durch den Bund sein. So können besonders wertvolle Spiele gefördert werden, womit ein wichtiges Zeichen für eine hohe Qualität bei Medieninhalten und eine bessere Medienkompetenz gesetzt wird."
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